Pädagogisches Konzept

Den vier Bildungseinrichtungen am Jules Verne Campus - Kindergarten, Grundschule, Gymnasium und Hort - liegt ein gemeinsames, einzigartiges pädagogisches Konzept zugrunde. Ursprünglich in der SBW Haus des Lernens AG konzipiert und in verschiedensten Altersstufen und Bedürfnisschwerpunkten in die Praxis umgesetzt, hat es an unserem Münchner Campus durch die Bindung an die staatlichen Vorgaben, die Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten, stetige Evaluierungsprozesse, aber auch die jahrelange Prägung durch unsere Jules Verne Familien und ein leidenschaftliches Team seinen eigenen, besonderen Charakter entwickelt. Und auch, wenn unsere jüngsten Jules Verne Kinder im Kindergarten, unsere Lernpartner im Hort am Nachmittag, die Kinder in der Grundschule und Jugendlichen im Gymnasium ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben, die wir in der Umsetzung unseres Konzepts berücksichtigen, so liegen allem, was wir am Campus tun, dieselben Leitgedanken zugrunde:

Philosophie

Wir möchten, dass Ihr Kind Tag für Tag aufs Neue gerne lernt.

Daraus folgen unsere Maximen:

  • Am Jules Verne Campus gehen wir davon aus, dass Kinder sich ihrem Lebenstraum erfolgreich annähern können.
  • Wir verstehen uns als Lernpartner der Kinder, um sie gezielt zu führen.
  • Wir schaffen optimale Voraussetzungen für ein freudvolles Lernen.
  • Bei unserer pädagogischen Arbeit möchten wir stets für die notwendige Transparenz sorgen.
  • Wir fördern Internationalität, globales Denken, Selbstständigkeit und Unternehmergeist.
  • Wir bereiten Kinder auf Herausforderungen außerhalb der Schule vor.
  • Wir fördern und fordern soziale Verhaltensregeln und gute Umgangsformen.
  • Ein ausgewogenes Gesundheitskonzept mit ausgeprägtem Sport- und Bewegungsangebot ist fest in unserer Arbeit verankert.

Unsere Vision:

  • Jedes Kind ist ein liebens- und lobenswertes Original.
  • Kinder wachsen nur gut in vertrauensvollen Beziehungen.
  • Kinder brauchen Werte, Normen und Tugenden, um sich in eine Gemeinschaft zu integrieren.
  • Jedes Kind erwirbt durch eigene Entscheidungen Selbstvertrauen und Souveränität.
  • In respektvollem Miteinander lernen Kinder mit Konkurrenz, Erfolg und Misserfolg fair umzugehen.

Wir finden: Kinder sind Weltmeister im Lernen – und das soll auch so bleiben.

Menschenbild

Am Jules Verne Campus sind wir uns der großen Verantwortung für Ihr Kind bewusst und stellen hohe Anforderungen an unsere tägliche Arbeit. Wir sehen Ihr Kind als Unikat mit einzigartigen Talenten und Interessen und begleiten es einfühlsam in seiner Entwicklung zu einem selbstbewussten und selbstbestimmten Menschen. Wir haben eine internationale Perspektive und verfolgen einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Diese finden sich auf allen Ebenen des Miteinanders am Jules Verne Campus und werden von uns als das „Fraktal“ bezeichnet.

Fraktale sind ein besonderes Phänomen in der Natur. In allen Lebensformen wiederholen sich bestimmte Grundmuster je weiter man an die jeweilige Struktur eindringt wie der Aufbau von Farnen, Kristallen oder Schneeflocken veranschaulicht. Prinzipien eines Fraktals sind a) die Selbstähnlichkeit, b) die Selbstorganisation und Zielorientierung und c) die Selbstoptimierung und Dynamik. Es gibt sieben Fraktalelemente:

  • Respektvoller Umgang - Respektvoller Umgang umfasst die Achtung sich selbst gegenüber, anderen Menschen und der Umwelt, anderen Kulturen und Generationen, sozialen und kulturellen Werten gegenüber. Respektvoller Umgang ist nicht nur Anstand oder Höflichkeit, sondern Ausdruck einer partnerschaftlichen Beziehung auf Augenhöhe, die Vertrauen und Sicherheit schafft und eigenständiges, kreatives Lernen und Denken ermöglicht.
  • Verantwortung - Selbstgesteuertes Lernen führt zur Übernahme der Verantwortung für das eigene Lernen und Handeln: die Fähigkeit, eigene Ziele zu setzen, Wege festzulegen und geeignete Mittel und Methoden zu finden, die für den eigenen Lernweg und die eigenen Möglichkeiten sinnvoll sind. Zudem soll schrittweise die Fähigkeit gefördert werden, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen und die eigenen Fähigkeiten für die Mit- und Umwelt einzusetzen.
  • Gestaltete Umgebung - Ein konstruktiver Weg, die Entwicklung eines Menschen zu stimulieren, ist die Umgebung zu gestalten, in der er lebt und lernt. Dieses Umfeld wird nicht nur durch den Raum bestimmt, sondern auch durch die Art der Ästhetik, die sich in Gestaltung, Licht, Farbe, Gerüchen und Geräuschen ausdrückt. In erster Linie aber ist die gestaltete Umgebung geprägt von den Menschen, die das soziale Klima und die Kultur des Zusammenlebens erzeugen. Ob in der Baumhausbibliothek, im Kunststudio, in den Lernateliers oder in der offenen, freundlichen Oase (Mensa) - sorgfältig ausgewählte Farben, Materialien und Räumlichkeiten laden unsere Lernpartner zum Entdecken ein. Das macht den Jules Verne Campus nicht nur zu einer Schule, sondern zu einem Haus des Lernens.
  • Ins Gelingen vertrauen – „Ins Gelingen vertrauen“ wird am Jules Verne Campus großgeschrieben: sich gegenseitig vertrauen und sich etwas zutrauen. Sich trauen, eigene Grenzen zu überschreiten und kleine Wagnisse einzugehen. Kinder und Jugendliche brauchen Herausforderungen, an denen sie wachsen können. «Ins Gelingen vertrauen» stärkt die Kompetenz des Kindes, sich handelnd und mit Zuversicht an den Grenzen von Kraft und Fähigkeit weiter zu tasten. Die Lernpartner von JVC wagen, wovon sie träumen!
  • Coaching - Persönlichkeitsentwicklung, die aktive Suche nach individualisierten, personalisierten Lösungen und das Begleiten von Werdegängen erfordern auf allen Ebenen Coaching-Prozesse. Das lösungsorientierte Coaching fokussiert auf Wünsche, Ziele und Ressourcen und vertritt dabei die Grundhaltung, dass die Verantwortung für Veränderungsprozesse beim Coachee selbst liegt. Damit verbunden ist die Überzeugung, dass der Coachee die Ressourcen für eine Lösung bereits in sich trägt und es diese zu entwickeln und zu nutzen gilt. Am Jules Verne Campus steht jedem Lernpartner in Gymnasium, jedem Lernbegleiter und allen Leitungspersonen ein individuelles Coaching zur Verfügung.
  • Compacting - Die eigene Leidenschaft ins Zentrum zu stellen erfordert besondere Rahmenbedingungen und ein neues Denken. Zum einen muss der Schulstoff anders aufbereitet werden, um Zeit zu gewinnen (Compacting); zum anderen der Fächerplan sinnvoll aufgebrochen werden, um längere Zeitgefäße für die eigene Leidenschaft und für projektorientiertes, interdisziplinäres Arbeiten schaffen und außerschulische Experten beiziehen zu können. Unter Compacting verstehen wir die Straffung des Basis-Lehrplans nach individuellen Bedürfnissen und Zielen.
  • Connecting - Sich mit anderen zu verbinden und zu vernetzen, erhöht die interne und externe Anschlussfähigkeit, vervielfältigt die Schnittstellen zur Umwelt und stärkt das Netzwerk. Wir wollen Verbindungen herstellen zwischen Menschen, die miteinander in Kontakt treten, Beziehungen aufbauen und pflegen; zwischen Generationen, deren Perspektiven und Kompetenzen sich ergänzen; zwischen pädagogischen und außerschulischen Expertinnen und Experten aus Elternschaft, Umfeld und Berufswelt; zwischen Organisationen und Unternehmen, deren Werte, Inhalte und Interessen sich überschneiden; zwischen Fächern und Disziplinen; zwischen Werten, Lehrplan-Kompetenzen und Future Skills; zwischen Tradition und Innovation, zwischen Mensch, Natur und Technik. Grenzen werden aufgeweicht, erweitert und überwunden. Mit dem Ziel, dass ein Mehrwert entsteht und aus 1 + 1 plötzlich 3 wird.

SCHWERPUNKTE IM ALLTAG

Schule - das soll ein "place to be" sein!

Ein Ort, an welchen man gerne geht, um dort viel zu erfahren und Spannendes zu tun. Genau das möchten wir am Jules Verne Campus erreichen: Bilingual, mit ausgeprägtem Sport- und Bewegungsangebot für die Kinder, wöchentlich zwei Stunden Neugierologie - hier kann gelernt werden, was einen interessiert, auch wenn es nicht im Lehrplan steht! - und vor allem individuell. Denn wer länger Zeit braucht, der soll sie bekommen und wer besonders schnell ist, der darf schon die nächsten Schritte gehen.

In den wöchentlichen créAktiva, einer Art Schüleruni, wählen die Kinder und Jugendlichen aus einem Kursangebot und lernen so ihre Interessen zu erkennen, Selbstständigkeit beim "Raum finden und an das nötige Material denken" und den Kontakt mit anderen Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters.

Erste Berührungspunkte hierzu gibt es schon in der eigenen Lerngruppe in der Grundschule, denn durch die Jahrgangsmischung sitzt womöglich ein Kind aus einer höheren oder niedrigeren Stufe neben einem. Dann heißt es selbst wiederholen, indem man dem Jüngeren hilft oder etwas Neues lernen, wenn der "Große" es erklärt.

In der Lerngruppe ("Klasse") der Grundschulen gibt es neben dem deutschen Klassenlehrer stets noch einen zweiten "English native speaker", eine englische Lehrkraft, die ausschließlich Englisch mit den Kindern spricht. Der Unterricht findet oftmals parallel auf zwei Sprachen statt, nicht in Übersetzung, sondern in einer natürlichen Koexistenz der beiden Sprachen. Aber auch im Gymnasium spielt Bilingualität eine große Rolle, für die "Großen" aber nach Fächern, die mal auf Englisch und mal auf Deutsch unterrichtet werden.

Das alles natürlich entlang den Lernzielen des bayerischen Lehrplans! Schule eben, nur ein bisschen anders.

Staatliche Vorgaben

Wir erfüllen die Vorgaben an bayerische Ersatzschulen sowie die bayerischen Bildungs- und Erziehungsziele im Kindergarten und Hort

Alle unsere Bildungseinrichtungen sind staatlich bzw. städtisch genehmigt und gefördert. Konkret bedeutet dies, dass wir nicht nur die staatlichen Auflagen hinsichtlich Ausbildung der Lehrkräfte und Erzieher, Anforderungen an das Gebäude etc. erfüllen, sondern auch nach dem bayerischen Lehrplan unterrichten. Am Jules Verne Campus gibt es also auch Noten. Genau wie öffentliche Kindergärten und Schulen werden wir außerdem von den zuständigen staatlichen Behörden beaufsichtigt mit den entsprechenden Meldepflichten. Zu der Frage, ob die Jules Verne Grundschule und das Jules Verne Gymnasium die sog. Anerkennung anstreben und was dies für die jeweilige Schule bedeutet, finden Sie Informationen unter Anerkennung Grundschule bzw. Anerkennung Gymnasium.

Auch die Höhe und Berechnungsart des Schulgeldes ist festgeschrieben: Um Kindern aus allen Einkommensgruppen den Zugang zu privaten Schulen zu ermöglichen, ist das Schulgeld einkommensabhängig ausgestaltet. Den Schulgeldrechner finden Sie hier. Zum anderen ist die Anzahl der Plätze in jeder Einkommensgruppe begrenzt - so ist sichergestellt, dass eine Aufnahme unabhängig von den Einkommensverhältnissen erfolgt.

GESTALTETE UMGEBUNG

„Der Raum ist der dritte Pädagoge.“ (Loris Malaguzzi)

Das Gebäude des Jules Verne Campus ist modern: Eine grüne Front, große Fenster für viel Licht, ein großzügiger Außenbereich mit Klettergerüst und Fußballfeld, sogar eine Boulderhalle gibt es. Innen stechen vor allem die vielen Farben ins Auge: Alles ist bunt, überall können interessante Gegenstände wie etwa ein Fernrohr, eine alte Schulbank oder ein Taucherhelm aus den Anfängen der Technik bestaunt und selbstverständlich auch angefasst werden.

Kein Weg ist konstruktiver, die Entwicklung eines Menschen zu stimulieren und sein Verhalten zu beeinflussen, als der, die Umgebung zu gestalten, in der er lebt und lernt. Wir möchten, dass unser Campus inspiriert und ein Ort des Staunens ist. Deshalb ist jedes Stockwerk im Gebäude des Lernhauses einem Jules Verne Werk gewidmet: Die Räume sind durch die Titel und übergreifenden Themen Meer, Insel, Baum, Luft und Mond geprägt und erfüllen uns täglich mit der Kreativität, mit der wir sie immer wieder neu gestalten!

Kinder brauchen besonders in einer Ganztagesschule räumliche Gelegenheiten, ihre Phasen von Anspannung und Entspannung selbst zu regulieren. Eine sinnvoll gestaltete Umgebung bietet beides an, d.h. sendet sowohl aktivierende als auch beruhigende Signale aus. Sie heißt den Gast, der eintritt, als ganzen Menschen willkommen. Hier gibt es Raum, Zeit und Material für Neugier, das Bedürfnis nach Austausch und Gemeinschaft, nach Ausdruck und Gestaltung ebenso wie Struktur und Anleitung, um persönliche und/oder gemeinsame Ziele zu verfolgen und erreichen. Austausch und Gemeinschaft finden hier ebenso ihren Platz wie auch Ruhe und Konzentration auf das eigene Lernen.

In den Lernhäusern in der Schweiz und Deutschland beobachten wir seit beinahe 40 Jahren das Verhalten von Kindern und Jugendlichen innerhalb und außerhalb der gestalteten Umgebung. Daraus gewinnen wir wertvolle Hinweise auf funktionierende Räume, neue Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten. Gesellschaftliche Veränderungen des Aufwachsens schaffen Kompensationsbedürfnisse. Zunehmend wichtiger werden Werkstätten, in denen alltägliche Phänomene zum Staunen, Forschen und Entdecken einladen. Naturerlebnisse sind ebenso erwünscht wie andere pädagogisch wertvolle Erfahrungen bei den vielen Tagesausflügen unserer Lerngruppen. Kreative Ausdrucksmöglichkeiten werden von unseren Lernbegleitern im Kunstatelier immer wieder angeregt.

Gestaltete Umgebung beinhaltet aber auch immer „zu-gestaltende-Umgebung“. Als Ort, an dem die Kinder viel Zeit verbringen, sind sie auch eingeladen, das Lernhaus mit zu gestalten. So wurden beispielsweise unsere Air und Moon Lounges - offene Räume zum Ausruhen, Lernen und für Gruppenarbeiten - von Lernpartnern im Rahmen von Projekten entworfen und umgesetzt. Im gesamten Lernhaus hängen Kunstwerke unserer Lernpartner oder auch mal eine Klimmzugstange, heiß ersehnt und häufig genutzt. Nicht zuletzt hinterlassen unsere Abiturienten ihre Spuren auf dem Campus - indem sie ihre Silhouetten auf unsere Absolventenwand malen.

SPORT & BEWEGUNG

Am Jules Vernes Campus steht innovatives Lernen mit Bewegung im Vordergrund, denn diese unterstützt, wie die Hirnforschung zeigt, den Lernprozess. Der zum ersten Mal gehörte Input (Stoff) muss konsolidiert werden, d.h. verinnerlicht. Erwachsene haben eine längere Aufmerksamkeitsspanne als Kinder, sie können mitunter den ganzen Tag über Neues aufnehmen und dieses dann nachts im Schlaf ins Langzeitgedächtnis überführen. Kinder brauchen diese Phasen häufiger und auch einmal im Laufe des Tages etwas anderes: Hier kommt die Bewegung ins Spiel. Großzügige Lernateliers mit Slackline, Trampolin und auch abgeschiedenen Plätzen bieten Raum und Anreiz, den Lernstoff zu vertiefen. Von Klettern über Tobezeit im sog. Gumpiraum bis hin zu differenzierten Bewegungsparcours, bei denen die Motorik geschult wird. Am Campus gibt es sogar einen eigenen Sportkoordinator, der die Lehrkräfte anleitet, immer wieder die richtigen Bewegungselemente in den Unterricht einfließen zu lassen. Maßgebliches Ziel ist es, den Schülern eine Umgebung zu bieten, in der "Vertiefung" ganz natürlich, nämlich mit Bewegung und Spaß passiert.

Individualisierung

Die individualisierte Lernbegleitung steht im Mittelpunkt unseres pädagogischen Konzeptes.

Jedes Kind ist ein Original - es ist ganz natürlich, dass nicht jeder zur gleichen Zeit und im gleichen Zeitraum die gleichen Leistungen erbringen kann.

Unsere Konsequenz daraus sind individuell auf die Kinder und Jugendlichen abgestimmten Lernziele. Im Rahmen der Individualisierung lernen unsere Kinder und Lernpartner gemeinsam gemäß ihrer Stärken und Schwächen, für sich und auch in Interaktion mit anderen Lernpartnern und ihren Lernbegleitern. Ziel ist es, eine Entwicklung vom kindlichen Spiel zum entdeckerischen, selbstständigen Lernen zu fördern. Die pädagogischen Begleiter im Kindergarten und Lernbegleiter in der Grundschule und im Gymnasium greifen dabei auf ein breites Spektrum von lerntyp-angepassten, differenzierten Lehr- und Lernmethoden zurück und stärken in Teamarbeit das Selbstvertrauen und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen.

Bilingualität

In einer zunehmend global funktionierenden Welt mit steigenden Anforderungen an ein Zurechtfinden im internationalen Arbeitsleben ist eine bilinguale Erziehung von großem Nutzen. Sie fördert zudem auch ein Verständnis für andere Kulturen.

Kinder im Grundschulalter können eine Fremdsprache wie die eigene Muttersprache erwerben, was die effizienteste Form des Spracherwerbes darstellt. Dies ist aber nur der Fall, wenn die Fremdsprache Teil einer alltäglichen (Lern)Umgebung ist und in Beziehung zu den anderen Kindern bzw. Lernbegleitern geschieht. Am Jules Verne Campus tauchen die Kinder nach dem bewährten Immersionsprinzip (engl. to immerse: eintauchen) in beide Sprachen ein und erweitern so auf natürlichem Weg im jeweiligen Fachunterricht und in Alltag drumherum die englische Sprach- und Kommunikationskompetenz und entwickeln unterschiedliche, differenzierte Denkansätze.
Der simultane Erwerb von zwei Sprachen fördert die kognitiven Fähigkeiten und hilft später auch beim schriftlichen Spracherwerb.

Autonome Lernformen

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ (Afrikanisches Sprichwort)

Erkenntnisse der modernen Neurobiologie belegen, dass Kinder mit einer unbändigen Lust am eigenen Entdecken und Gestalten zur Welt kommen. Diese Begeisterungsfähigkeit, Neugier und Offenheit zu erhalten, oder wieder zu wecken, ist erklärtes Ziel des Jules Verne Campus. Lernen ist eine Existenzform, die sich sowohl innerhalb wie außerhalb von schulischen Kontexten ereignet. Wir alle können nicht „nicht lernen“! Ziel des autonomen Lernens ist die Übernahme der Verantwortung für das eigene Lernen. Voraussetzung dafür ist, dass der Lernende Weg und Tempo seines Lernens selbst bestimmt. Autonomes Lernen braucht die gestaltete Umgebung (s.u.) und eine Zeitstruktur, die jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend dem eigenen inneren Fahrplan folgen lässt. Kinder und Jugendliche brauchen Ziele, die sinnvoll, nachvollziehbar und den Einsatz wert sind und Menschen, die Wissen, Kompetenzen und Visionen haben, wie das Lernen gelingen kann. Vielfältige Angebote, Transparenz der Zielsetzung und Reflexion des Lernprozesses lassen persönliche Stärken entdecken und fördern und so das Lernen lernen.

Am Jules Verne Campus kennen die Lernbegleiter die biologischen, psychologischen und neurologischen Entwicklungsprozesse und können die jeweiligen sensiblen Phasen sinnvoll unterstützen und fördern. Beziehungskompetenz, Faszination und vielseitiges Material bilden zusammen mit den Struktur- und Planungselementen den Rahmen für gelingende autonome Lernprozesse. Das Ziel einer Schule kann heutzutage nicht mehr die bloße Wissensvermittlung sein. Entscheidend ist der Erwerb von Kompetenzen. Dieser wird durch die Lernbegleiter und pädagogischen Betreuer gezielt gefördert. Am Jules Verne Campus wird aus einer Frage ein Bildungsanlass: „Hast Du eine Idee, was die Ursache sein könnte?“. „Wie lässt sich das denn erklären?“ oder „Wo glaubst Du könntest Du Informationen dazu finden?“. Im Kindergarten werden die Kinder oft mit solchen Fragen zum weiter fragen, weiter forschen und weiter denken animiert. In der Grundschule greifen wir dies in Morgenkreis, Input und Lernatelier weiter auf und geben den Kindern in jahrgangsgemischten Klassen den Rahmen für die Entdeckung ihres eigenen Lernweges und ihres eigenen Lerntempos. Im Gymnasium findet das autonome Lernen im Lernatelier dann auf neuer Ebene Anwendung, wenn die Jugendlichen nun bereit sind, die Verantwortung für ihr eigenes Lernen nach und nach zu übernehmen.

Neugierologie & créAktiva

In unserem Zusatzfach „Neugierologie"® wird gezielt die kind- und jugendliche Neugier als eine wichtige Quelle von Freude, Kreativität und Erfolg gepflegt und erhalten. Dabei wird aus Neugier Wissen geschaffen: Zwei Stunden pro Woche und zusätzlich in besonderen Talentworkshops haben die Kinder Zeit zu lernen, was sie interessiert - egal, ob es im Lehrplan steht. Querdenker eben!

Sei es ein hochgestecktes Ziel, ein schlummerndes Talent oder der ganz persönliche Traum: Der Jules Verne Campus fördert die Begabungen und Talente der Kinder und Jugendlichen. Im Campusalltag erhalten unsere Kinder und Lernpartner in den “créAktiva” genügend Raum und Zeit, um ihre Begabungen zu entdecken und zu entwickeln.
Das kann die Einbindung projektorientierten Lernens im Rahmen der Stundentafel sein oder besondere Aufgaben und Problemstellungen sein, die sich Kinder z.B. beim Forschen zum Ziel setzen, aber auch besondere Herausforderungen in musischen Bereichen wie Theater, Tanz, Instrumentenspiel oder Sport. Große Projekte im Jahresablauf bringen „créAktiva“ hervor, die mit der Präsentation oder Inszenierung das Ergebnis von viel Übung, Anstrengung und Zusammenarbeit der Kindergemeinschaft sichtbar machen. Und nicht zu vergessen die speziell hierfür ausgestalteten Angebote im Kindergarten und Hort nach dem Unterricht!

In unserer Wortschöpfung „créAktiva“ stecken Kreativität und Aktivität als wertvolle Bausteine eines lustvollen und wirksamen Lernens und sich weiter Entwickelns. „CréAktiv“ sein gehört zu den Unterrichtsprinzipien am Jules Verne Campus, die sich durch alle Lern- und Tätigkeitsfelder ziehen, also fächerübergreifend wirksam sind. Werden (bleiben) Kinder kreativ in ihrer Herangehensweise an Probleme, Aufgabenstellungen und Herausforderungen und können sie diese aktiv bewältigen, werden sie enorm in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt.